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Praktikumsbericht von Jelena Josifek aus Waldbröl, Mongu 2012

(Beachten Sie auch die vier Beiträge am Ende der Seite)

Nach der Schule mal was anderes machen! Wer will das nicht? Nach Afrika zu gehen, das ist immer mein Traum gewesen. Also mache ich mich Anfang Januar, als Praktikantin des Poverello Projekts vom Windecker Förderverein zur Unterstützung von Waisenkindern auf den Weg nach Afrika. Genauer gesagt nach Mongu, das ist ein Ort in der Western Province of Zambia.

Nicht wirklich wissend, was mich erwarten wird, trete ich die 8 stündige Busreise von Lusaka nach Mongu an. Auf dem Weg gibt es einige kleine Dörfer und ich wundere mich jedes mal wieder, wenn ich irgendwo im nirgendwo ein Dorf entdecke. Traditionelle Lehmhütten, viele Hühner, Kühe, Maisfelder und immer mal wieder ein Gebäude, das eine Schule oder eine Kirche sein soll.

In Mongu angekommen, geht es für mich erstmal in den Konvent. Dort werde ich sehr herzlich von den Schwestern des Holy Cross empfangen. Am nächsten Tag gehe ich mit Schwester Doris, einer Schweizerin, die schon seit 50 Jahren in Afrika lebt, zu Cheshire Home. Hier soll ich die nächsten 3 Monate helfen, vormittags behinderte Kinder zu unterrichten.
Da hier der Glaube besteht, dass man ein behindertes Kind als Strafe von Gott für vergangene Taten bekommt, verstecken die Eltern in den Dörfern oftmals ihre Kinder, und so kommt es dann, dass ich Kinder treffe, die in Cheshire Home mit 14 Jahren das erste Mal in ihrem Leben unterrichtet werden.

Ich treffe hier auf Kinder im Alter von 2 bis 19 Jahren. Ich muss mich daran gewöhnen, dass die Kinder hier um jede kleinste Aufmerksamkeit betteln. In einer Familie findet man meistens bis zu 10 Kinder und so kommt es dann, dass nicht viel Zeit bleibt, sich um die Älteren zu kümmern. Wenn die Mutter nach 2 Jahren wieder ein Kind bekommt, wird das Ältere bei Seite gestellt. Also merke ich, dass es bei den kleinen Kindern eigentlich egal ist, ob sie englisch sprechen oder nicht. Es geht vorrangig darum, im Arm gehalten zu werden und ein bisschen Liebe zu bekommen.

Nachmittags treffe ich mich mit den Jugendlichen vom Poverello Projekt, um ihnen Computerstunden zu geben. Da die Jugendlichen vorher noch nie an einem Computer gearbeitet haben, muss ich jedes kleinste Detail erklären. Manchmal wundere ich mich darüber, wie langsam es nur voran geht, erinnere mich aber schnell daran, dass auch ich mal so angefangen habe. Mit dem Schreibprogramm kommen sie besser zurecht, als mit dem Internet. Irgendwie auch klar. Es ist greifbarer, etwas zu tippen und zu sehen, es erscheint auf dem Bildschirm. Aber wie kommt es bitteschön, dass man eine Frage eingibt und man einen Text mit der passenden Antwort finden kann?

Jeder von den „Poverellos“ tippt seine Lebensgeschichte am Computer ab und ich lerne wirklich schwere Schicksale kennen. Natürlich ist man sich im klaren darüber, dass man wenn man in ein Entwicklungsland geht, man andere Verhältnisse antrifft, aber trotzdem muss ich mich zusammenreißen.

Ich lerne Geschichten kennen, wie die von dem 19 Jahre alten Gift. Er ist so alt wie ich und möchte auch ans College gehen. Im Moment lebt er zusammen mit seiner Großmutter und seinem kleinen Cousin in einem der kleinen Dörfer bei Mongu. Er arbeitet als Haushälter 6 Tage die Woche und bekommt pro Monat 200 000 Kwatscha, was ungefähr 30 Euro entspricht. Dieses Geld muss er dann seiner Großmutter geben, damit sie Lebensmittel einkaufen kann. Sein Wunsch ist es nach Lusaka zu gehen und dort zu studieren. Allerdings muss er erst abwarten, ob er weiterhin von dem Projekt unterstützt werden kann.

Anfangs verstehe ich nicht, was das Projekt wirklich bringt. Die Jugendlichen bekommen bis zu einem gewissen Punkt Unterstützung, doch irgendwann müssen sie versuchen selbst weiter zu kommen. Manche scheitern auf ihrem Weg, finden sich damit ab Obstverkäufer oder Taxifahrer zu werden. Für mich schwer zu akzeptieren, aber wie soll ich ihnen helfen? Sie selbst sind einfach froh darüber, einen gewissen Bildungsstand zu haben und in der Lage zu sein zu schreiben und zu rechnen. Und was das Projekt ihnen doch mit auf ihren Weg gibt, ist, dass man wenn man fleißig ist, man auch etwas erreichen kann. Wenn das Projekt sie nicht unterstützen würde, dann würden sie den ganzen Tag einfach durch die Straßen laufen und versuchen irgendwie an Geld zu kommen. Durch das Projekt können sie zur Schule gehen, haben einen geregelten Tagesablauf, bekommen Bildung und haben die Möglichkeit später darauf aufzubauen. Ich habe gelernt, wie wichtig es für die Menschen hier ist, dass wir sie unterstützen, damit sie auch die Chance bekommen, mehr aus ihrem Leben zu machen.

Jelena Josifek


Hier finden Sie noch einige interessante Beiträge:

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